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    Eventbericht

    Herbstlicht und Haarnadeln – Ein Tag im Schwarzwald, der nach Benzin, Strom und Wacholder roch

    Sasha Justmann 19. Oktober 2026 3 Min. Lesezeit

    Ein Rückblick auf unsere herbstliche Ausfahrt durch den Schwarzwald: Sechs Sportwagen, eine Gin-Destillerie und der faszinierende Vergleich zwischen Verbrenner-Emotion und Elektro-Präzision. Wir begleiten das Team Justmann.Racing bei einem Tag voller Fahrspaß, Technik und Leidenschaft.

    Sechs Sportwagen, zwölf Plätze, zwei Etappen durch den herbstlichen Schwarzwald – und dazwischen ein Mittagessen in einer Gin-Destillerie. Ein Bericht über einen Tag, an dem wir die Plätze getauscht haben – und die Perspektive gleich mit.

    Es gibt zwei Arten, einen Samstag im Oktober zu verbringen. Die eine beginnt mit Laubrechen. Die andere mit einem Funkgerät in der Hand und sechs Sportwagen vor der Tür.

    Wir haben uns für die zweite entschieden.

    Kurz vor elf, ein Sportwagenzentrum in Pforzheim. Die Autos stehen bereit, sauber aufgereiht. Ihre Lackflächen spiegeln einen Himmel, der sich noch nicht zwischen Spätsommer und Herbst entschieden hat. Drinnen gibt es Frühstück und die ersten Gespräche darüber, wer zuerst in welches Auto steigt.

    Sechs Fahrzeuge, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der GT4 RS: rot, laut, kompromisslos. Ein 911 Carrera S, der Maßstab, an dem sich alles messen lassen muss. Der Taycan Cross Turismo und der Macan Electric, die zeigen, wie leise Leistung sein kann. Und mit Panamera und Cayenne zwei E-Hybride, die Langstrecke und Leichtigkeit verbinden.

    Um Viertel nach elf wird es ernst. Akkreditierung, Briefing, Ausgabe der Funkgeräte. Wer fährt vorne, wer macht das Schlusslicht, was passiert, wenn die Kolonne an einer Ampel reißt? Eine Viertelstunde, dann sitzen alle.

    11:30 Uhr. Motoren an – oder eben nicht.

    Genau das ist das Schöne an diesem Feld. Während hinter den Sitzen des GT4 RS der Sechszylinder-Sauger anschwillt, rollt der Taycan fast lautlos vom Hof. Zwei Welten, eine Kolonne.

    Nach wenigen Kilometern liegt die Stadt hinter uns. Die Straßen werden schmaler, die Tannen höher. In den Tälern hängt noch Nebel, oben bricht die Sonne durch. Über Funk kommen kurze Ansagen: Kurve, Gegenverkehr, Fotopunkt.

    Begleitet hat uns ein professioneller Videograf, der an den richtigen Stellen gewartet hat. Am Straßenrand, am Waldrand, in der Kehre. Was dabei entstanden ist, siehst du in unserer Galerie unter dem Reiter zur Schwarzwald-Ausfahrt.

    Das Besondere an dieser ersten Etappe ist nicht die Geschwindigkeit. Es ist der Rhythmus. Sechs Autos, die sich wie eine Einheit durch den Schwarzwald bewegen. Niemand muss etwas beweisen, und trotzdem fährt man gemeinsam.

    13 Uhr. Wir rollen auf den Hof eines weißen Hauses am Waldrand. Hier wird Gin gebrannt – und für die nächsten zwei Stunden wechseln wir das Thema, aber nicht die Haltung.

    Denn was wir bei der Betriebsführung sehen, kommt uns bekannt vor. Blaue Fässer, in denen die Botanicals ziehen. Zutaten, die von Hand dosiert werden. Kupferne Brennblasen hinter hohen Sprossenfenstern. Präzision, Geduld und eine gewisse Besessenheit fürs Detail.

    Ganz ehrlich: Das ist gar nicht so weit weg von dem, was in einer guten Box passiert.

    Danach Mittagessen in der Stube. Dunkles Holz, warmes Licht, lange Tische. Die Gespräche drehen sich um Lenkgefühl und Rekuperation, um Lieblingskurven und um die Frage, ob man den Klang eines Saugmotors vermissen kann, wenn man nie einen hatte.

    15 Uhr. Fahrerwechsel.

    Wer am Vormittag elektrisch unterwegs war, steigt jetzt in den Mittelmotor-Sportler. Wer den Sauger hatte, lernt, wie sich sofortiges Drehmoment ohne Geräusch anfühlt.

    Genau für diesen Moment haben wir die Ausfahrt geplant. Erst im direkten Wechsel merkst du, wie unterschiedlich diese Autos denken. Der GT4 RS will gedreht werden. Der Taycan will nur, dass du dich gut festhältst.

    Die Sonne steht jetzt tiefer, das Licht wird golden, das Gras an den Hängen leuchtet in Ocker und Rost. Ein kurzer Stopp am Straßenrand, Türen auf, Blick ins Tal. Im Außenspiegel: nur Wald und Hügel bis zum Horizont.

    Hier wechseln einige Gäste die Seite – auf den Beifahrersitz. Im 911er und im GT4 RS geht es ins Racetaxi, am Steuer zwei erfahrene Fahrer aus unserem Team.

    Es geht nicht um Show. Es geht darum, zu spüren, wie sich Präzision anfühlt. Der exakte Einlenkpunkt, der frühe Blick zum Kurvenausgang, die ruhigen Hände am Lenkrad, während das Auto arbeitet.

    Wer danach aussteigt, hat eine Ahnung davon, wie viel zwischen Fahrer und Auto passiert, bevor man es überhaupt merkt. Und davon, wie sich 9.000 Umdrehungen anfühlen, wenn der Sauger des GT4 RS direkt hinter deinem Kopf ausdreht.

    16:30 Uhr. Eigentlich wäre jetzt Schluss. Aber niemand hat es eilig – also hängen wir spontan eine Stunde dran.

    17:30 Uhr. Die Funkgeräte gehen zurück, die letzten Fotos werden gemacht, dann macht sich jeder auf seinen eigenen Weg nach Hause.

    Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis dieses Tages. Es geht nicht darum, welches Auto das beste ist. Es geht darum, was jedes einzelne mit dir macht – und darum, diesen Moment mit Menschen zu teilen, die das genauso sehen.

    Der Schwarzwald war dafür die perfekte Bühne. Wir kommen wieder.

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    Herbstlicht und Haarnadeln – Ein Tag im Schwarzwald, der nach Benzin, Strom und Wacholder roch

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